Über aktuelle Ereignisse in Burkina Faso informiert umfassend der Newsletter der DBFG (Deutsch-Burkinische Freundschaftsgesellschaft e.V.). Weitere Informationen zu Burkina Faso finden Sie hier.

Neues aus Ouagadougou

05.06.2020 - Am 09. März wurde in Burkina Faso der erste COVID-19-Fall bestätigt. Besorgnis erregend schnell stieg die Zahl der Infizierten an, was zu einer großen Verunsicherung in der Bevölkerung führte. Mit dem Ziel, die Verbreitung des Virus einzudämmen, beschloss die Regierung im Laufe des Monats März eine Reihe von Maßnahmen:

       - Verhängung einer Ausgangssperre von 19:00 bis 05:00 Uhr

       - Schließung sämtlicher Kindergärten, Schulen und Universitäten

       - Kirchen, Moscheen, große und kleine Märkte, zahlreiche Geschäfte, Bars, Restaurants, Nachtklubs, Kinos bleiben ebenfalls geschlossen

       - Strengstens verboten sind: die Organisation von Taufen, die Durchführung von offiziellen, religiösen und traditionellen Veranstaltungen sowie alle anderen Veranstaltungen, bei denen sich die Öffentlichkeit versammelt

       - Gemeinden, in denen eine Infektion aufgetreten ist, sind unter Quarantäne zu stellen

       - Aussetzung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs

       - Schließung der Grenzen

 

Anfang Mai wurde die Ausgangssperre gelockert, sie gilt nunmehr von 21:00 bis 04:00 Uhr. Mit der Verpflichtung, die bestehenden Maßnahmen (u.a. Abstand, Maskenpflicht) einzuhalten, wurden Mitte Mai Kirchen und Moscheen wieder geöffnet und der öffentliche Nah- und Fernverkehr wiederaufgenommen. Und auch Restaurants, Bars, Kneipen etc. konnten unter strengen Auflagen wieder Gäste empfangen.

Für die Abschlussjahrgänge (Bachelor und Master) finden an der Universität ebenfalls seit Mitte Mai wieder Kurse in kleinen Gruppen statt.

 

Von der über zweimonatigen Schließung der Schulen waren fast 20.000 Einrichtungen und mehr als 4.000.000 Schüler*innen betroffen. Fernunterricht über das Radio und Fernsehen hat während dieser Zeit stattgefunden, damit das Schuljahr noch zu einem vertretbaren Abschluss kommen kann.

Ende Mai hat der Ministerrat das Schuljahr 2019/20 für gültig erklärt. Auf der Basis der erzielten Ergebnisse werden alle Schüler*innen der drei Schulstufen in die nächsthöhere Klasse wechseln; Minderleistungen wirken sich nicht auf die Versetzung aus.

Für die Prüfungsklassen ist der Unterricht Anfang Juni mit den notwendigen Auflagen (Maskenpflicht, Abstand, Unterricht an bestimmten Tagen für jeweils kleine Gruppen) wieder aufgenommen worden.

 

Auswirkungen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung von COVID-19 lassen sich in vielen Bereichen feststellen und betreffen insbesondere die wenig begüterten Gesellschaftsschichten (mehr als die Hälfte der Bevölkerung muss mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen).

 

In einer Reihe von Unternehmen wird die Pandemie zu einem Ansteigen der betriebsbedingten Kurzarbeit aufgrund der eingebrochenen Auftragslage bzw. zu einer dauerhaften Arbeitslosigkeit aufgrund von Insolvenz führen.

 

Insgesamt ist das Familieneinkommen merklich gesunken bei gleichzeitig gestiegenen Ausgaben für Lebensmittel, Gesundheit und Hygiene.

Die massiven Einschränkungen im informellen Handelssektor haben dazu geführt, dass ein großer Teil der Bevölkerung, der von der Hand in den Mund lebt, gar kein Einkommen mehr hat. Rund drei Viertel der Einwohner von Ouagadougou leben direkt oder indirekt vom informellen Handel (u.a. Straßenverkauf jedweder Art).

 

Auch ATTous-Yennenga wurde von den Auswirkungen der Pandemie nicht verschont. Die Ausbildungszentren (CFIAM) in Ouagadougou, Koudougou und Sabou waren von Mitte März bis Mitte Mai geschlossen. Die theoretische Ausbildung konnte über Fernunterricht zum Teil aufrechterhalten werden.

Die Eltern der Auszubildenden sind mehrheitlich im informellen Handelssektor tätig und beziehen in der Regel kein geregeltes Einkommen und die aktuelle Situation treibt sie noch weiter in die Armut. Damit die Folgen für die Auszubildenden nicht bedrohlich werden, versorgt sie ATTous-Yennenga seit Wiederaufnahme der Ausbildungstätigkeiten in den drei CFIAM mit einer warmen Mahlzeit am Tag und mit den für die Einhaltung der Schutzmaßnahmen notwendigen Dingen (Masken, Seife, Desinfektionsmittel). Dafür hat Yennenga e.V. die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt.

 

Fälle in Burkina Faso (Stand: 05.06.2020, 10:21 Ortszeit); Quelle: CDC · WHO · ECDC

Bestätigt:  885 (+1)     Todesfälle:  53     Genesen  760 (+7);   in Klammern:  Veränderung zum Vortag

 

Ergänzende Information: Der Präsident von Burkina Faso hat zum 03. Juni die Aufhebung der Ausgangssperre angeordnet. Jedoch wird die Ausgangssperre, die im Rahmen des Kampfes gegen den Terrorismus für Ortschaften im Ausnahmezustand erlassen wurde, nicht aufgehoben. 

 

Neues aus Lâ

12.06.2019 – Die Arbeiten sind Anfang des Monats abgeschlossen worden. Damit verfügt der Bauernhof nunmehr über einen Brunnen, eine mit Solarenergie betriebene Pumpe, einen 6.000 Liter fassenden Wasserturm sowie eine Bewässerungsanlage.

Die technische Kontrolle ergab keine Beanstandungen. Laut Auskunft des Labors, das die Analyse vorgenommen hat, ist die Wasserqualität ausgezeichnet und entspricht in vollem Umfang den Anforderungen. Die max. Fördermenge beträgt konstant 8 m³/h; damit sind die Ziele – Trinkwasser in hinreichender Menge für die auf dem Ausbildungsbauernhof Tätigen und die dauerhafte Wasserversorgung der Anpflanzungen auf dem gesamten Gelände – erreicht worden.

Die finanzielle Unterstützung des Landes NRW hat dazu beigetragen, dass dieses Projekt realisiert werden konnte.

   Fotos: Zongo

Neues aus Lâ

16.04.2019 – Der erste Schritt zur dauerhaften Wasserversorgung des Lehrbauernhofes in Lâ ist erfolgt: Die Brunnenbauer sind in 63 Meter Tiefe auf Wasser gestoßen. Die notwendige Fördermenge gilt nach Auskunft der Fachleute als gesichert, so dass mit den weiteren Arbeiten (Installation der solarbetriebenen Förderpumpe, Aufbau des Wasserturms, Verlegung der Bewässerungsleitungen etc.) begonnen werden kann.

 

 Fotos: Zongo

Neues aus Ouagadougou

18.03.2019 - Burkina Faso, ein großer Teil seiner Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, leidet wie kaum ein anderes Land unter der Klimaveränderung: Ausbleibender bzw. zu starker Regen zur falschen Zeit, zunehmende Dürreperioden, abnehmende Bodenqualität, geringere Erträge wirken sich zwangsläufig auf die Ernährungssituation aus. 2018 sind laut Welthungerhilfe über 20% der Burkinabè unterernährt. Dass Maßnahmen zur Ernährungssicherheit ergriffen werden müssen, steht außer Frage.

Unser Kooperationspartner Bernard Zongo, Koordinator bei ATTous-Yennenga, ist studierter Biologe mit den Schwerpunkten Landwirtschaft und Viehzucht. Er berät seit vielen Jahren ehrenamtlich bäuerliche Familienbetriebe in der Region Koudougou/ Sabou.

Auf der Suche nach einem Gelände, um eine 'ferme agro-écologique' (ein Ausbildungs- und Weiterbildungsbauernhof im Sinne eines 'grünen Innovationszentrums') aufzubauen, wurde ATTous-Yennenga in Lâ, 10 km nordwestlich von Sabou, im Jahr 2014 fündig. Die örtlichen Behörden stellten ein 6 Hektar großes Gelände zur Verfügung - verbunden mit der begründeten Hoffnung, dass ein solches Projekt zu einer Verbesserung der ländlichen Lebens- und Produktionsverhältnisse beiträgt sowie der alarmierenden Landflucht v.a. Jugendlicher entgegenwirkt.

Allerdings ist die Wasserversorgung auf dem Gelände unzureichend. Zwar liegt ein kleiner Stausee in 300 m Entfernung, aber ein Transport des Wassers in Fässern ist mit so hohem Zeit- und Kraftaufwand verbunden, dass er auf Dauer nicht geleistet werden kann. Der Bedarf für die zur Verfügung stehenden Anbauflächen kann nicht gedeckt werden. Darüber hinaus muss auch für eine hinreichende Menge an Trinkwasser für die Teilnehmer/innen und Ausbilder/innen gesorgt werden.

Zurzeit können nicht mehr als 100 Kleinbäuerinnen und Landarbeiterinnen aus der Region in nur zwei Bereichen ausgebildet werden: neue Anbautechniken für Sesam und Zwiebeln sowie Kompostierung zur Düngerherstellung.

Obwohl gute Ergebnisse erzielt wurden und werden, können die geplanten Aktivitäten nur ansatzweise umgesetzt werden, da die bewirtschaftete Fläche zu klein bleibt. Für eine erfolgreiche Arbeit des agro-ökologischen Lehr- und Weiterbildungsbauernhofes ist eine dauerhafte und jahreszeitlich unabhängige Wasserversorgung unabdingbar.

Geplant ist die Anlage eines Brunnens mit einer elektrischen Tauchpumpe - betrieben mit Solarenergie - und die Installation eines Wasserturms. Über Zuleitungen können dadurch auf dem gesamten Gelände alle Anpflanzungen mit Wasser versorgt werden.

ATTous-Yennenga kann nach den erfolgten Arbeiten zur Bewässerung und Trinkwasserversorgung seine Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung erstmals in vollem Umfang durchführen.

Die Teilnehmer/innen an den Fortbildungsmaßnahmen (Bereiche u.a.: Anbauauswahl, Anbautechniken, Lagerung der Ernte; Schutz vor Erosion, Kompostierung, Bodenqualität, Biodiversität) werden in die Lage versetzt, nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben und dadurch zur Ernährungssicherheit beizutragen. Des Weiteren werden mehr Arbeitskräfte benötigt, so dass für Jugendliche ein Anreiz besteht, auf dem Land zu bleiben.

Die finanzielle Unterstützung des Landes NRW trägt nicht unwesentlich dazu bei, dass dieses seit geraumer Zeit geplante Projekt in diesem Jahr durchgeführt werden kann. Anfang April beginnen die Arbeiten, die bis Ende Mai abgeschlossen sein sollen.

 

Versammlung der an der Fortbildung teilnehmenden Frauen
Versammlung der an der Fortbildung teilnehmenden Frauen
Arbeit auf den einzelnen Parzellen
Arbeit auf den einzelnen Parzellen

   Fotos: Zongo

CFIAM Sabou

31.01.2019 - Die acht Geschäftsräume entlang der Außenmauer des CFIAM Sabou sind fertiggestellt sowie an das Stromnetz angeschlossen worden und konnten umgehend vermietet werden.

Die monatlichen Mieteinnahmen tragen zur Deckung der laufenden Kosten bei. Dadurch kann sich das CFIAM Sabou finanziell besser absichern und die Abhängigkeit von geldgebenden Partnerorganisationen reduzieren.

Dank der finanziellen Beteiligung des Landes NRW konnte Yennenga e.V dieses Bauprojekt realisieren.

 

   Fotos: Zongo

Yennenga e.V. unterstützt die Mädchenausbildung in Burkina Faso (Westafrika). Insbesondere wird die Ausbildung von Mädchen und jungen Frauen in technischen Berufen gefördert.

Yennenga - Förderverein Burkina Faso e.V.
Borsigweg 28 c
D-48153 Münster

E-Mail: goromgorom@aol.com
Tel./ Fax: 0251-7619397