Über aktuelle Ereignisse in Burkina Faso informiert umfassend der Newsletter der DBFG (Deutsch-Burkinische Freundschaftsgesellschaft e.V.). Weitere Informationen zu Burkina Faso finden Sie hier.

Covid-19-Fälle in Burkina Faso seit dem 09.03.2020: (Stand: 05.08.2021); Quelle: CDC · WHO · ECDC

Bestätigt:  13.610     Todesfälle:  169     Genesen:  13.391     aktuelle Fälle:  50

Neues aus Ouagadougou

30.09.2021 - Nach Schätzungen des Norwegischen Flüchtlingsrates sind in Burkina Faso 4,8 Millionen Menschen von Nahrungsmittelknappheit betroffen. Als Reaktion auf die schlechte Versorgungslage haben die angehenden Mechanikerinnen und Schneiderinnen des CFIAM Koudougou zur Selbsthilfe gegriffen und auf den Freiflächen des Ausbildungszentrums Bohnen angepflanzt. Im September konnte zum ersten Mal geerntet werden.


Fotos: ATTous-Yennenga

01.08.2021 - Seit Juli besteht eine Partnerschaft zwischen ATTous-Yennenga und Burkina Equipement, einem Unternehmen aus Ouagadougou, das u.a. im Bereich industrielle Wartung und Instandhaltung tätig ist. Den Auszubildenden aus den in Frage kommenden Sektionen des CFIAM wird die Möglichkeit geboten, in dieser Firma ein Praktikum zu absolvieren.

 

Foto: ATTous-Yennenga

31.05.2021 – Das neue CFIAM in Ouagadougou hat endlich seine Arbeit aufnehmen können. Der Grund für die Verzögerung bestand darin, dass das Ausbildungsangebot nur in sehr geringem Maße angenommen wurde:

Die Zielgruppe stammt aus wenig begüterten Familien, die am meisten unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie leiden. Sie sind mehrheitlich im informellen Handelssektor tätig und leiden am stärksten unter der aktuellen Situation. Den Eltern geht es v.a. darum, den täglichen Lebensunterhalt zu sichern; die Kinder werden angehalten, den ihnen möglichen Anteil daran tagtäglich beizutragen. Eine mehrjährige, zukunftsorientierte Ausbildung erscheint für die aktuellen Probleme keine adäquate Lösung zu sein. So hatten sich bis Mitte Februar nur wenig Jugendliche für eine Ausbildung im CFIAM entschieden. 

Ende Februar 2021 fand in Ouagadougou zum Thema "Frauen in nichttraditionellen Berufen" eine von ATTous-Yennenga organisierte dreitägige campagne de sensibilisation statt, über die in den Medien (TV, Radio, Presse) ausführlich berichtet wurde. In der Zeit danach haben sich weitere Jugendliche angemeldet, so dass Anfang Mai mit der Ausbildung in den drei Bereichen Schweißtechnik/ Schneiderei/ Automechanik begonnen werden konnte.

28.12.2020 - Anfang des Jahres ist in der britischen Tageszeitung The Guardian eine Fotoreportage über Arbeit von ATTous-Yennenga erschienen.

23.12.2020 - Bernard Zongo ist Mitte des Monats vom Ministerium für Jugend und Förderung des Jungunternehmertums mit einem staatlichen Verdienstorden ausgezeichnet worden. Nach 2008 und 2019 wurde ihm dieser Orden (Chevalier de l’ordre du Mérite) zum dritten Mal für seine Leistungen im Bereich Ausbildung und berufliche Eingliederung überreicht.

Minister Salifo Tiemtoré und Bernard Zongo

Bernard Zongo und die Mitarbeiter*innen des CFIAM Ouagadougou

Véronique und Bernard Zongo                             Fotos: ATTous-Yennenga

15.12.2020 - Der traditionelle Spendenlauf des Gymnasium Broich in Mülheim a. d. Ruhr fand auch in diesem Jahr unter großer Beteiligung der Schulgemeinde statt. Ein Teil des Erlöses wurde Yennenga e.V. für seine Arbeit zur Verfügung gestellt. Danke für die Unterstützung!

Neues aus Ouagadougou

29.11.2020 - Auf dem Gelände des neuen CFIAM Ouagadougou sind die Anschlüsse für Strom und Wasser verlegt und die Baumaßnahmen komplett abgeschlossen worden (s. Fotos). Die Werkstatt für Schweißtechnik wird in den nächsten Tagen mit den für die Ausbildung notwendigen Geräten und Materialien ausgestattet, so dass die Arbeit in der Lehrwerkstatt in Kürze aufgenommen werden kann.

Auch in der Schneiderei und in der Autowerkstatt werden 30 bzw. 20 Jugendliche demnächst mit ihrer Ausbildung beginnen.

 

Werkstatt für Schweißtechnik sowie die Sanitäranlagen                                                                            Fotos: ATTous-Yennenga

 

28.09.2020 - In Anbetracht der erfolgreichen Arbeit im Bereich der Berufsausbildung hat der Staat Burkina Faso unserer Partnerorganisation ATTous-Yennenga ein Gelände in Ouagadougou zur Verfügung gestellt mit dem Ziel, hier ein zweites Zentrum (CFIAM) zu gründen, um das Angebot von Ausbildungsplätzen zu vergrößern.

Im neuen CFIAM wird in drei Sparten ausgebildet werden: Schneiderei, Automechanik und Schweißtechnik. Insgesamt wird es 70 Ausbildungsplätze geben: 30 im Bereich Schneiderei, jeweils 20 in den Bereichen Automechanik und Schweißtechnik. Seit seiner Gründung hat ATTous-Yennenga ausschließlich Mädchen ausgebildet; das neue Zentrum wird ein centre mixte sein, also allen Geschlechtern offen stehen. 

Yennenga e.V. kann mit finanzieller Unterstützung der W. P. Schmitz-Stiftung (Düsseldorf) zum Aufbau des zweiten CFIAM in Ouagadougou beitragen und die notwendigen Gelder für folgende Teilbereiche zur Verfügung stellen: Bau und Ausstattung der Werkstatt für Schweißtechnik, Bau eines Sanitärblocks, Wasser- und Stromanschluss. Darüber hinaus finanzieren wir die Anschaffung von 31 Nähmaschinen für die Schneiderei.

Die Bau- und Einrichtungsmaßnahmen werden im Laufe des Monats November abgeschlossen sein, so dass anschließend 70 Jugendliche ihre Ausbildung beginnen können.

 

Ca. 25 % der Einwohner Burkina Fasos sind zwischen 15 und 19 Jahren alt. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei geschätzt mindestens 40 %. Vor allem Jugendliche ohne schulische Bildung sowie Schulabbrecher*innen sind davon betroffen, da sie nicht über die Voraussetzungen verfügen, eine formelle Berufsausbildung mit abschließender Prüfung und staatlich anerkanntem Abschlussdiplom zu durchlaufen.

Zur konkreten Zielgruppe des neuen Ausbildungszentrums gehören sozial und finanziell benachteiligte Jugendliche aus Ouagadougou mit eingeschränkter Schulbildung. ATTous-Yennenga bietet ihnen die Möglichkeit, sich im Rahmen einer beruflichen Ausbildung (Dauer: drei Jahre) so zu qualifizieren, dass sie einen Arbeitsplatz finden und ihren Lebensunterhalt eigenständig bestreiten können.

05.06.2020 - Am 09. März wurde in Burkina Faso der erste COVID-19-Fall bestätigt. Besorgnis erregend schnell stieg die Zahl der Infizierten an, was zu einer großen Verunsicherung in der Bevölkerung führte. Mit dem Ziel, die Verbreitung des Virus einzudämmen, beschloss die Regierung im Laufe des Monats März eine Reihe von Maßnahmen:

       - Verhängung einer Ausgangssperre von 19:00 bis 05:00 Uhr

       - Schließung sämtlicher Kindergärten, Schulen und Universitäten

       - Kirchen, Moscheen, große und kleine Märkte, zahlreiche Geschäfte, Bars, Restaurants, Nachtklubs, Kinos bleiben ebenfalls geschlossen

       - Strengstens verboten sind: die Organisation von Taufen, die Durchführung von offiziellen, religiösen und traditionellen Veranstaltungen sowie alle anderen Veranstaltungen, bei denen sich die Öffentlichkeit versammelt

       - Gemeinden, in denen eine Infektion aufgetreten ist, sind unter Quarantäne zu stellen

       - Aussetzung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs

       - Schließung der Grenzen

 

Anfang Mai wurde die Ausgangssperre gelockert, sie gilt nunmehr von 21:00 bis 04:00 Uhr. Mit der Verpflichtung, die bestehenden Maßnahmen (u.a. Abstand, Maskenpflicht) einzuhalten, wurden Mitte Mai Kirchen und Moscheen wieder geöffnet und der öffentliche Nah- und Fernverkehr wiederaufgenommen. Und auch Restaurants, Bars, Kneipen etc. konnten unter strengen Auflagen wieder Gäste empfangen.

Für die Abschlussjahrgänge (Bachelor und Master) finden an der Universität ebenfalls seit Mitte Mai wieder Kurse in kleinen Gruppen statt.

 

Von der über zweimonatigen Schließung der Schulen waren fast 20.000 Einrichtungen und mehr als 4.000.000 Schüler*innen betroffen. Fernunterricht über das Radio und Fernsehen hat während dieser Zeit stattgefunden, damit das Schuljahr noch zu einem vertretbaren Abschluss kommen kann.

Ende Mai hat der Ministerrat das Schuljahr 2019/20 für gültig erklärt. Auf der Basis der erzielten Ergebnisse werden alle Schüler*innen der drei Schulstufen in die nächsthöhere Klasse wechseln; Minderleistungen wirken sich nicht auf die Versetzung aus.

Für die Prüfungsklassen ist der Unterricht Anfang Juni mit den notwendigen Auflagen (Maskenpflicht, Abstand, Unterricht an bestimmten Tagen für jeweils kleine Gruppen) wieder aufgenommen worden.

 

Auswirkungen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung von COVID-19 lassen sich in vielen Bereichen feststellen und betreffen insbesondere die wenig begüterten Gesellschaftsschichten (mehr als die Hälfte der Bevölkerung muss mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen).

 

In einer Reihe von Unternehmen wird die Pandemie zu einem Ansteigen der betriebsbedingten Kurzarbeit aufgrund der eingebrochenen Auftragslage bzw. zu einer dauerhaften Arbeitslosigkeit aufgrund von Insolvenz führen.

 

Insgesamt ist das Familieneinkommen merklich gesunken bei gleichzeitig gestiegenen Ausgaben für Lebensmittel, Gesundheit und Hygiene.

Die gravierenden Einschränkungen im informellen Handelssektor haben dazu geführt, dass ein großer Teil der Bevölkerung, der von der Hand in den Mund lebt, gar kein Einkommen mehr hat. Rund drei Viertel der Einwohner von Ouagadougou leben direkt oder indirekt vom informellen Handel (u.a. Straßenverkauf jedweder Art).

 

Auch ATTous-Yennenga wurde von den Auswirkungen der Pandemie nicht verschont. Die Ausbildungszentren (CFIAM) in Ouagadougou, Koudougou und Sabou waren von Mitte März bis Mitte Mai geschlossen. Die theoretische Ausbildung konnte über Fernunterricht zum Teil aufrechterhalten werden.

Die Eltern der Auszubildenden sind mehrheitlich im informellen Handelssektor tätig und beziehen in der Regel kein geregeltes Einkommen und die aktuelle Situation treibt sie noch weiter in die Armut. Damit die Folgen für die Auszubildenden nicht bedrohlich werden, versorgt sie ATTous-Yennenga seit Wiederaufnahme der Ausbildungstätigkeiten in den drei CFIAM mit einer warmen Mahlzeit am Tag und mit den für die Einhaltung der Schutzmaßnahmen notwendigen Dingen (Masken, Seife, Desinfektionsmittel). Dafür hat Yennenga e.V. die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt.

 

Ergänzende Information: Der Präsident von Burkina Faso hat zum 03. Juni die Aufhebung der Ausgangssperre angeordnet. Jedoch wird die Ausgangssperre, die im Rahmen des Kampfes gegen den Terrorismus für Ortschaften im Ausnahmezustand erlassen wurde, nicht aufgehoben.


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Yennenga e.V. unterstützt die Mädchenausbildung in Burkina Faso (Westafrika). Insbesondere wird die Ausbildung von Mädchen und jungen Frauen in technischen Berufen gefördert.

Yennenga - Förderverein Burkina Faso e.V.
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